Warum kommen keine Anfragen? Drei häufige Ursachen
Wenn eine Website Besucher hat, aber kaum konvertiert, liegt das fast immer an einer dieser drei Stellen:
- Unklares Angebot: Innerhalb von 5 Sekunden ist nicht erkennbar, was du genau anbietest und für wen.
- Fehlendes Vertrauen: Keine echten Referenzen, keine Person sichtbar, keine Belege für deine Aussagen.
- Hohe Hürde beim Kontakt: Versteckte Mail-Adresse, riesiges Formular, kein klarer Call-to-Action.
Bevor du an Design oder SEO arbeitest, prüfe diese drei Punkte. Es sind oft die günstigsten und wirkungsvollsten Verbesserungen.
Vertrauen ist die Grundlage – und entsteht aus Konkretem
Floskeln wie „professionell, individuell, kompetent" bauen kein Vertrauen auf. Was wirkt:
- Ein echtes Foto von dir – nicht von einem Stock-Foto-Modell.
- Konkrete Referenzen mit Kundenname, Branche und Ergebnis (so detailliert wie vertraglich möglich).
- Zahlen statt Adjektive: „Seit 9 Jahren selbstständig", „über 50 Webprojekte begleitet" – nicht „langjährige Erfahrung".
- Eine ehrliche Über-mich-Seite, die zeigt, wie du arbeitest und warum.
- Bewertungen, Kundenstimmen oder Auszeichnungen – idealerweise von Plattformen, die der Besucher kennt.
Vertrauen entsteht nicht durch große Worte, sondern durch Details, die belegen, dass du tatsächlich tust, was du behauptest.
Calls-to-Action: nicht „Senden", sondern was passiert
Ein guter CTA-Button beschreibt das Ergebnis, nicht die Aktion. Der Vergleich zeigt, wie groß der Unterschied in der Wirkung ist:
- Senden
- Absenden
- Klick mich
- Kontakt
- Erfahren Sie mehr
- Kostenlosen Erstcheck anfragen
- Webdesign-Termin buchen
- Angebot in 24 h erhalten
- Beratung sichern
Der Unterschied: Die Besucher:in weiß genau, was nach dem Klick passiert und welchen Nutzen sie bekommt. Diese Klarheit senkt die Hürde mehr als jedes Design-Detail.
Das Kontaktformular ist oft die größte Hürde
Acht Pflichtfelder, Captcha, „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?" als Dropdown – jedes Feld kostet dich Anfragen. Ein gutes Mini-Formular hat drei Felder:
- Name
- E-Mail oder Telefonnummer
- Nachricht (kein Pflichtfeld – manche schreiben einfach „Ich melde mich morgen.")
Alles weitere klärst du in der Antwort. Bonus: Eine Datenschutz-Checkbox, die nicht vorausgewählt ist (DSGVO-konform), und ein klarer Hinweis, was nach dem Absenden passiert („Ich melde mich innerhalb von 24 Stunden zurück.").
Gleichzeitig: Mail-Adresse und Telefonnummer als klickbare Links bereitstellen. Manche wollen nicht warten und greifen direkt zum Hörer.
Formular-Fehler, die dich unbemerkt Anfragen kosten
Selbst ein kurzes Drei-Felder-Formular kann Anfragen verlieren, wenn Details nicht stimmen. Die häufigsten Fehler, die mir bei Website-Checks begegnen:
- Keine Sende-Bestätigung: Nach dem Klick auf „Absenden" passiert scheinbar nichts – Besucher schicken die Anfrage zwei- oder dreimal ab oder brechen frustriert ab. Eine sichtbare Erfolgsmeldung oder eine Weiterleitung auf eine Dankeseite ist Pflicht.
- Falsche Eingabetypen: Ein E-Mail-Feld ohne
type="email"oder ein Telefonfeld ohnetype="tel"öffnet auf dem Smartphone die falsche Tastatur – das kostet Geduld und damit Anfragen. - Unklare Fehlermeldungen: „Fehler beim Absenden" ohne Hinweis, welches Feld betroffen ist, zwingt zum Rätselraten. Fehlermeldungen sollten direkt am betroffenen Feld erscheinen und sagen, was zu tun ist.
- Störendes Captcha: Google reCAPTCHA mit Ampel- und Fahrrad-Rätseln schreckt ab – und ist datenschutzrechtlich ohnehin fragwürdig. Ein unsichtbares Honeypot-Feld schützt genauso gut vor Spam-Bots, ohne Menschen zu nerven.
- Nicht per Tastatur bedienbar: Wer nicht mit der Maus arbeitet, muss jedes Feld per Tab erreichen können, mit sichtbarem Fokus. Das ist keine Kür, sondern Grundvoraussetzung.
Diese Fehler fallen selten bei einem kurzen Blick auf – das Formular sieht fertig aus, bis eine echte Person versucht, es abzuschicken. Auch die Formulierung selbst spielt eine Rolle: Wie du Texte schreibst, die Vertrauen schaffen statt Fragen offenzulassen, zeigt der Beitrag Gute Texte für die eigene Website schreiben.
Platzierung von CTAs – wo Besucher wirklich klicken
Drei Stellen sind Pflicht:
- Above the Fold: Direkt im sichtbaren Bereich oben auf der Seite – damit Schnellentscheider sofort handeln können.
- Nach dem Vertrauensbeweis: Direkt nach Referenzen, Kundenstimmen oder einer Erfolgsgeschichte – da ist das Vertrauen am höchsten.
- Am Seitenende: Wer bis hier gelesen hat, ist interessiert. Verpasse den Moment nicht.
Bei längeren Seiten lohnt sich ein dezenter, schwebender CTA in der Sidebar oder eine fest sichtbare Telefonnummer im Header. Was du vermeiden solltest: Pop-ups, die nach 2 Sekunden aufpoppen – die kosten mehr Sympathie als sie Anfragen bringen.
Was du messen solltest – ohne Tracking-Wahn
Du musst nicht jeden Klick zählen, um Verbesserungen zu erkennen. Drei einfache Werte reichen:
- Wie viele Besucher kommen pro Monat? (Google Search Console oder einfache Analytics-Lösung)
- Wie viele Anfragen kommen über die Website?
- Wie viele davon werden zu Kund:innen?
Aus diesen drei Zahlen ergibt sich, wo dein Engpass ist: zu wenig Besucher (SEO/Sichtbarkeit), zu wenig Anfragen (Conversion), zu wenig Abschluss (Angebot/Positionierung). Mehr zu Sichtbarkeit findest du im Beitrag Meine Website wird nicht gefunden.

