Was strukturierte Daten sind – ganz konkret
Strukturierte Daten sind ein zusätzlicher Code-Block, den du in jede Seite einbaust. Er beschreibt maschinenlesbar, was auf der Seite passiert. Beispiel: Wenn deine Seite ein FAQ enthält, sagt der Code-Block „Hier sind sechs Fragen mit Antworten" – mit den exakten Texten. Google nutzt das, um die FAQ direkt im Suchergebnis als aufklappbare Liste anzuzeigen.
Das gängige Format heißt JSON-LD und wird als unsichtbares Script in den HTML-Head eingefügt. Das Vokabular dafür liefert schema.org – ein gemeinsamer Standard von Google, Bing, Yandex und Yahoo.
Warum sich der Aufwand lohnt
Strukturierte Daten bringen drei Vorteile:
- Rich Snippets: Auffällige Darstellung in der Suche – z. B. Sterne-Bewertungen, FAQ-Klappboxen, Preise oder Bilder.
- Bessere Einordnung: Google versteht zuverlässig, dass deine Seite z. B. ein lokales Unternehmen oder ein Service ist – nicht ein Blogbeitrag.
- KI-Sichtbarkeit: Generative Suchsysteme wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews greifen häufiger auf strukturiert ausgezeichnete Inhalte zu.
Die fünf Typen, die du als Selbstständige brauchst
1. LocalBusiness / Person
Beschreibt dich oder dein Unternehmen mit Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Ort. Pflicht für jede Visitenkarten-Seite oder Startseite eines lokalen Anbieters. Wirkt sich direkt auf lokale Suchergebnisse aus – idealerweise konsistent mit deinem Google Business Profil.
2. Service
Für jede Leistungsseite. Beschreibt, welchen Service du anbietest, in welchem Gebiet und an wen er sich richtet. Hilft Google, einzelne Leistungen klar von der Über-mich-Seite oder dem Blog zu trennen.
3. FAQPage
Wenn deine Seite einen FAQ-Bereich hat, markier ihn auch als FAQ. Google zeigt einzelne Fragen häufig direkt im Suchergebnis als aufklappbare Boxen – das vergrößert deinen Platz auf der Ergebnisseite massiv und erhöht die Klickrate.
4. BreadcrumbList
Wenn deine Seite eine Navigation à la „Startseite › Leistungen › Webdesign" hat, markiere diese Breadcrumb-Pfade. Google ersetzt dann die URL im Suchergebnis durch diese strukturierte Pfadangabe – sieht aufgeräumter aus und vermittelt sofort Kontext.
5. Article (für Blogbeiträge)
Für jeden Blogartikel. Beschreibt Titel, Autor, Veröffentlichungsdatum und Hauptbild. Voraussetzung für eine saubere Anzeige in Google News, Discover und KI-Suchsystemen.
So prüfst du, was bei dir schon da ist
Zwei kostenlose Tools, in dieser Reihenfolge:
- Schema.org Validator (validator.schema.org): Zeigt, welche strukturierten Daten überhaupt auf der Seite vorhanden sind und ob sie technisch korrekt sind.
- Google Rich Results Test (search.google.com/test/rich-results): Prüft zusätzlich, ob Google daraus tatsächlich Rich Snippets bauen könnte.
Beide Tests sind in 30 Sekunden gemacht. Trage einfach deine URL ein und schau dir an, was die Tools zurückgeben – das ist der schnellste Realitätscheck.
Häufige Fehler, die du leicht vermeidest
- FAQ-Schema ohne sichtbare FAQ: Google verlangt, dass die strukturierten Daten 1:1 zum sichtbaren Inhalt passen. Nichts „heimlich" als FAQ ausgeben, was nicht auch auf der Seite steht.
- LocalBusiness-Schema auf jeder Unterseite: Reicht einmal pro Domain (Startseite). Wer es dupliziert, riskiert Warnungen.
- Veraltete Felder: Schema.org entwickelt sich weiter – Felder, die früher Standard waren, sind teilweise veraltet. Plugins halten das automatisch aktuell, manuelle Einbindungen brauchen gelegentliche Pflege.
Wie das mit KI-Sichtbarkeit zusammenhängt
KI-Systeme bevorzugen Inhalte, die maschinell klar einzuordnen sind. Strukturierte Daten sind genau das. Wenn ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews entscheiden, welche Quelle sie zitieren, hilft es enorm, wenn die Quelle sich selbst als „lokales Unternehmen in Dresden mit Service X" sauber ausweist. Mehr dazu im Beitrag Wie deine Marke bei KI-Systemen sichtbar wird.
