Betreuung wechseln oder die ganze Website umziehen?
Ein Wechsel der betreuenden Person verlangt nicht automatisch einen neuen Hoster. Umgekehrt kann die Website beim gleichen Design auf einen anderen Server ziehen. Kläre zuerst, was sich ändern soll: Inhaltspflege, technische Wartung, Hosting, Domainverwaltung oder das komplette System.
Erstelle dann eine Bestandsaufnahme mit Anbieter, Vertrag, Vertragsinhaber, Zugang und zuständiger Person für jeden Bereich. So wird sichtbar, welche Teile zusammenhängen und wer Änderungen freigeben kann. Die Grundlagen dazu findest du im Beitrag Domain und Hosting.
Domain & DNS
Wer ist Domaininhaber? Wer verwaltet die Einträge und kann einen Transfer freigeben?
Website & Hosting
Wo laufen Dateien, CMS und Datenbank? Wer kann sichern, testen und veröffentlichen?
E-Mail & Postfächer
Wo liegen die Nachrichten? Welche Postfächer, Absender und DNS-Einträge müssen erhalten bleiben?
Domain und E-Mail gesondert sichern
Prüfe, wer als Domaininhaber geführt wird und wer Zugriff auf die Verwaltung hat. Für den Providerwechsel einer .de-Domain wird normalerweise ein Transferpasswort, die sogenannte AuthInfo, benötigt. Andere Endungen können andere Abläufe haben. Ein Providerwechsel ist keine Aufforderung, die Domain zu löschen.
Dokumentiere die DNS-Einträge und alle darüber erreichbaren Dienste: Website, E-Mail, Subdomains und Verifizierungen. Plane Postfachübernahme und Mailzustellung ausdrücklich mit. Bei einem Wechsel der Nameserver müssen benötigte Einträge in der neuen Verwaltung vorhanden sein. Sonst kann die Website erreichbar sein, während keine Nachrichten mehr ankommen.
Diese Daten gehören in eine technische Bestandsaufnahme
- CMS und Inhalte
Dateien, Medien, Konfiguration und gegebenenfalls einen vollständigen Datenbankexport sichern.
- Bearbeitbarer Quellcode
Versionsstand, Abhängigkeiten sowie Build- und Veröffentlichungsanleitung übernehmen.
- Plattform-Export
Administrative Rollen und verfügbare Exporte klären; an den Anbieter gebundene Funktionen erfassen.
- Externe Dienste
Formulare, Buchung, Newsletter und Zahlungsabwicklung mit ihren Verbindungen dokumentieren.
- Backups und Wiederherstellung
Sicherungen nicht nur mitnehmen, sondern ihre Wiederherstellbarkeit prüfen.
- Betriebskonfiguration
Weiterleitungen, geplante Aufgaben und notwendige Umgebungsvariablen dokumentieren.
Ein Export der sichtbaren Seiten kann für die Wiederherstellung des ursprünglichen Projekts unzureichend sein. Und eine Datenbank allein enthält oft nicht alle Mediendateien. Lass deshalb prüfen, ob sich aus der Übergabe tatsächlich eine funktionierende Version herstellen lässt.
Nutzungsrechte und Lizenzen nicht vergessen
Besprich, welche Nutzungs- und Bearbeitungsrechte vereinbart wurden und welche Dateien vertraglich übergeben werden. Bei Schriften, Stockbildern, Themes, Plugins und CMS-Lizenzen können eigene Bedingungen gelten. Manche Lizenzen sind an Konten, Projekte oder laufende Verträge gebunden.
Fordere eine nachvollziehbare Übersicht an: Was wird weiter genutzt, was muss neu lizenziert werden und welche laufenden Kosten entstehen? Ob ein bestimmter Herausgabeanspruch besteht, hängt vom Vertrag und der konkreten Rechtslage ab. Ich bin keine Rechtsanwältin; bei Streit über Rechte oder Unterlagen brauchst du individuelle Rechtsberatung.
Der Wechsel in sechs Schritten
Bei einem Shop, einem Buchungssystem oder laufenden Formulareingängen ist der letzte Datenabgleich besonders wichtig. Sonst bleiben Bestellungen oder Nachrichten in der alten Umgebung zurück. Der Wechsel sollte deshalb zur tatsächlichen Nutzung passen.
URLs und Zugriffsrechte nach dem Wechsel prüfen
Bei unveränderten Seitenadressen brauchst du nicht allein wegen eines anderen Hosters neue Weiterleitungen. Ändern sich URLs, sollten alte Adressen gezielt auf passende neue Inhalte führen. Ergänzend: Relaunch und Suchmaschinen-Sichtbarkeit.
Übertrage benötigte Konten und Rollen kontrolliert. Prüfe Wiederherstellungsadressen, Mehrfaktor-Anmeldung und Abrechnung. Entferne anschließend nicht mehr benötigte Zugänge und rotiere gemeinsam genutzte Geheimnisse. Die Übergabe ist erst vollständig, wenn klar ist, wer künftig Updates, Backups und Störungen übernimmt.




















