5 Säulen druckfertiger Daten
Warum die Datei vorab entscheidet
Egal ob Flyer, Visitenkarte oder Plakat – jede druckbare Datei muss fünf Bedingungen erfüllen. Wer eine davon vergisst, bekommt entweder ein Ergebnis, das nicht aussieht wie geplant, oder einen Anruf der Druckerei mit der Bitte um Nachbesserung. Beides kostet Zeit und meistens Geld.
Werte je Format auf einen Blick
Welche Auflösung und welcher Beschnitt für welches Format gilt – die Eckwerte für die gängigsten Drucksachen:
Visitenkarte
- Endformat:
- 85 × 55 mm
- Beschnitt:
- 2 mm
- Auflösung:
- 300 dpi
- Sicherheit:
- 3 mm
Flyer DIN A5
- Endformat:
- 148 × 210 mm
- Beschnitt:
- 2 mm
- Auflösung:
- 300 dpi
- Sicherheit:
- 3 mm
Faltblatt A4
- Endformat:
- 210 × 297 mm
- Beschnitt:
- 3 mm
- Auflösung:
- 300 dpi
- Sicherheit:
- 5 mm
Plakat A2/A1
- Endformat:
- 420 × 594 / 594 × 841 mm
- Beschnitt:
- 3 mm
- Auflösung:
- 150 dpi
- Sicherheit:
- 5 mm
Roll-up
- Endformat:
- 850 × 2000 mm
- Beschnitt:
- 5 mm
- Auflösung:
- 100–150 dpi
- Sicherheit:
- 50 mm oben/unten
Banner / Großformat
- Endformat:
- individuell
- Beschnitt:
- 5 mm
- Auflösung:
- 72–100 dpi
- Sicherheit:
- 20–50 mm
1. CMYK statt RGB
Dein Bildschirm zeigt Farben durch leuchtende Pixel in Rot, Grün, Blau (RGB). Druckmaschinen mischen aus Cyan, Magenta, Yellow, Schwarz (CMYK). RGB kann mehr Farben darstellen – ein leuchtendes Pink oder Royalblau am Bildschirm wird im Druck deutlich matter.
Faustregel: In InDesign, Photoshop oder Illustrator von Anfang an im CMYK-Modus arbeiten. Beim PDF-Export passendes Farbprofil mitgeben (in Deutschland meist „ISO Coated v2" für gestrichenes Papier).
2. Beschnitt: 2–3 mm Zugabe rundum
Druckmaschinen schneiden nicht millimetergenau. Bilder und Farbflächen müssen über das Endformat hinauslaufen. Beispiel Visitenkarte: Endformat 85 × 55 mm, Datei mit Beschnitt 89 × 59 mm. Die Hintergrundfarbe läuft bis zur Außenkante – selbst wenn die Maschine einen Millimeter daneben schneidet, bleibt die Farbe bündig.
3. Sicherheitsabstand: nichts Wichtiges zu nah am Rand
Gegenstück zum Beschnitt: ein Innenabstand von 3–5 mm, in dem keine wichtigen Elemente stehen. Texte, Logos und entscheidende Bildelemente bleiben in dieser Zone – damit sie auch dann komplett sichtbar sind, wenn die Maschine ungenau schneidet.
4. Auflösung: 300 dpi für Drucksachen, 150 für Großformat
Bildschirme zeigen 72–96 dpi, Druck braucht 300 dpi. Wichtig: Die 300 dpi gelten im Endformat. Pi-mal-Daumen: Bildbreite in Pixel ≈ Millimeter × 12. Für Plakate ab A1 oder Banner reichen 150 dpi wegen größerem Betrachtungsabstand.
5. PDF/X-4 als Export-Standard
Druckereien akzeptieren am liebsten PDF/X-4 oder PDF/X-1a. Beide Formate sichern eingebettete Schriften, korrekte Farbprofile und saubere Transparenzen. Wer aus Word, PowerPoint oder Canva exportiert, sollte das PDF in Acrobat unter „Druckproduktion" prüfen.
Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
Sechs Klassiker, die in jeder zweiten Datei stecken. Wer sie kennt, vermeidet die meisten Nachdrucke:
Schwarz wirkt grau
Reines K100 wirkt im Druck oft matt. Für große Flächen Tiefschwarz nutzen (C40/M30/Y30/K100), bei kleinen Texten reines K100 lassen.
Schriften nicht eingebettet
Druckerei hat deine Schrift nicht? Layout zerschossen. PDF/X-Export bettet ein – im Zweifel Schriften in Pfade umwandeln.
Bilder zu klein
Foto vom Smartphone wirkt am Display scharf, ist aber für A4 oft zu klein. Pi-mal-Daumen: Bildbreite in Pixel ≈ Millimeter × 12.
Texte zu nah am Rand
Telefonnummer an der Außenkante wirkt nicht nur gedrängt – sie ist auch risikoreich beim Schnitt. Sicherheitsabstand einhalten.
Falzlinien fehlen
Bei Faltblättern Falzkanten markieren und keine wichtigen Inhalte in die Falz legen. Falzlinien als nicht druckende Hilfslinien.
RGB-Bilder im CMYK-Layout
Layout ist CMYK, eingefügtes Bild bleibt RGB – die Druckerei rechnet automatisch um, oft mit Farbverschiebung. Bilder vorher konvertieren.
Sonderfälle: Veredelungen, Sonderfarben, Stanzungen
Für Heißfolienprägung, Lack-Veredelung, partiellen UV-Lack oder Sonderfarben wie Pantone und HKS braucht es zusätzliche Ebenen oder Sonderfarben in der Datei. Das sollte mit der Druckerei vor dem Gestaltungsstart abgestimmt werden, nicht erst beim Upload. Stanzungen brauchen eine separate Stanzkontur als Vektorpfad.
Wenn du Druckdaten nicht selbst machen willst
Ein gestalteter Flyer ohne saubere Druckdaten kostet entweder mehrere hundert Euro Nachdruck oder bringt ein Ergebnis, das nicht zum Markenauftritt passt. Bei meiner Gestaltung ist die druckfertige Datei immer Teil des Auftrags – inklusive Abstimmung mit der Druckerei. Mehr zur Print-Gestaltung in Dresden findest du auf der Seite zum Printdesign in Dresden.










