Dieser Beitrag vertieft ein einzelnes Kriterium aus dem Überblick zu barrierefreiem Webdesign. Du bekommst konkrete Orientierung, ohne daraus eine trockene Checkliste zu machen.
Was Textalternativen leisten müssen
Eine Textalternative übersetzt visuelle oder auditive Information in verständliche Sprache. Das kann ein kurzer Alt-Text für ein Foto sein, eine längere Beschreibung für eine Infografik, ein Transkript für ein Video oder eine eindeutige Beschriftung für ein Icon.
Entscheidend ist der Zweck des Mediums. Ein dekoratives Hintergrundbild braucht oft keinen Alt-Text. Ein Diagramm, das Zahlen erklärt, braucht dagegen mehr als nur „Diagramm“. Die Nutzer müssen dieselbe Kerninformation bekommen, auch wenn sie das Medium nicht sehen oder hören können.
Alt-Texte, die wirklich helfen
Ein guter Alt-Text ist konkret, kurz und kontextbezogen. Auf einer Leistungsseite kann ein Foto einer Designerin wichtiger sein als auf einer rein dekorativen Startseitenfläche. In einem Blogartikel kann eine Grafik die zentrale Erklärung sein und braucht entsprechend mehr Kontext.
Auch SEO profitiert: Suchmaschinen können Bilder besser einordnen, wenn Dateiname, Alt-Text, Bildumgebung und Seiteninhalt zusammenpassen. Wichtig bleibt aber: Alt-Texte sind zuerst für Menschen da, nicht für Keyword-Stuffing.
Videos, Audio und Animationen
Bei Videos reicht ein Alt-Text nicht. Menschen mit Hörbeeinträchtigung brauchen Untertitel oder Transkripte. Menschen mit Sehbeeinträchtigung brauchen je nach Inhalt eine Audiodeskription oder eine textliche Zusammenfassung der visuellen Information.
Besonders wichtig sind Videos, die Prozesse erklären, Interviews enthalten oder als Hauptinhalt einer Seite dienen. Wenn das Video nur Stimmung erzeugt, sollte die eigentliche Botschaft trotzdem im sichtbaren Text der Seite stehen.

