Die 6 wichtigsten Datenschutz-Pflichten für Websites
Impressum: Pflicht ab dem ersten Auftrag
Das Impressum ist keine Frage des Budgets oder der Website-Größe – es ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 5 TMG). Jede gewerbliche oder berufliche Website braucht ein vollständiges Impressum mit Name, Adresse, Kontaktmöglichkeit und – bei bestimmten Berufsgruppen – weiteren Angaben wie Berufsbezeichnung oder Aufsichtsbehörde.
Häufige Fehler: Das Impressum ist nicht direkt verlinkbar (muss es sein – direkt über die Navigation oder im Footer erreichbar), die E-Mail-Adresse fehlt, oder der Name der verantwortlichen Person ist nicht angegeben. All das ist abmahnfähig – und wird auch regelmäßig verfolgt.
Datenschutzerklärung: Was muss rein?
Die Datenschutzerklärung erklärt Besuchern, welche Daten auf deiner Website erhoben werden, zu welchem Zweck und wie lange sie gespeichert werden. Folgendes löst in aller Regel eine Pflicht zur Nennung aus:
- Kontaktformulare – jede Formulareingabe ist eine Datenverarbeitung
- Webhosting – der Hoster speichert IP-Adressen und Server-Logs
- Cookies – auch technisch notwendige sollten erwähnt werden
- Externe Dienste – YouTube, Google Maps, Schriften von externen Servern
- Analytics-Tools – egal ob Google Analytics, Matomo oder Plausible
Für die Erstellung ist der kostenlose Generator von Dr. Thomas Schwenke (datenschutz-generator.de) eine verbreitete und rechtssichere Lösung. Trotzdem: Gerade bei spezialisierten Seiten oder wenn du sensible Daten verarbeitest, lohnt sich anwaltliche Prüfung.
Google Fonts & externe Ressourcen: Das übersehene Risiko
Viele Websites laden Google Fonts direkt von Googles Servern – das ist bequem, aber DSGVO-widrig. Bei jedem Seitenaufruf wird die IP-Adresse des Besuchers an Google übertragen, ohne dessen Einwilligung. Das Landgericht München hat das 2022 klar als Datenschutzverstoß eingestuft.
Die Lösung: Schriften lokal einbinden. Die WOFF2-Dateien werden einmalig heruntergeladen und auf dem eigenen Server gespeichert. Das ist technisch einfach, kostet einmalig etwas Einrichtungsaufwand und hat einen positiven Nebeneffekt: Die Seite lädt schneller, weil keine externe Verbindung aufgebaut werden muss. Mehr dazu im Beitrag Typografie im Webdesign.
Das gleiche gilt für andere externe Ressourcen: Eingebettete YouTube-Videos, Google Maps oder Social-Media-Buttons laden Skripte von fremden Servern und setzen potenziell Tracking-Cookies – ohne dass der Nutzer dem zugestimmt hat.
Cookie-Banner: Wann wirklich nötig?
Nicht jede Website braucht einen Cookie-Banner. Cookies, die für den Betrieb der Website technisch notwendig sind – z. B. ein Session-Cookie für ein Formular – dürfen ohne Einwilligung gesetzt werden. Erst wenn Cookies zu Tracking- oder Marketingzwecken eingesetzt werden, ist eine aktive Einwilligung erforderlich.
In der Praxis: Wer auf Google Analytics verzichtet oder auf datenschutzkonforme Alternativen wie Plausible setzt, kann den Cookie-Banner oft komplett weglassen. Das verbessert auch die Nutzererfahrung erheblich – kein aufdringliches Popup beim ersten Besuch. Auf meiner eigenen Website und in Kundenprojekten in Dresden setze ich wo möglich auf cookiefreie Lösungen.
Analytics datenschutzkonform umsetzen
Du willst wissen, wie viele Besucher deine Seite hat und woher sie kommen – das ist verständlich. Aber Google Analytics ist nicht die einzige Möglichkeit. Alternativen:
- Plausible Analytics: Cookiefrei, keine personenbezogenen Daten, kein Banner nötig, europäische Server. Sehr einfach zu bedienen, ca. 9 € / Monat.
- Matomo (selbst gehostet): Open Source, volle Kontrolle, alle Daten auf deinem eigenen Server. Aufwändiger in der Einrichtung, aber komplett DSGVO-konform.
- Einfache Serverkennzahlen: Viele Hoster bieten Basis-Statistiken (Seitenaufrufe, Länder) ohne Tracking an – oft ausreichend für kleine Websites.
Datenschutz auf der Website ist kein Einmalprojekt – er muss bei jeder Änderung mitgedacht werden. Wenn du eine neue Website planst oder eine bestehende überarbeiten möchtest, achte ich bei der Umsetzung von Anfang an auf diese Punkte. Das spart spätere Korrekturen und gibt dir Rechtssicherheit.
